PHOTOKINA – In jedem Ende wohnt ein Anfang inne … oder so

Die PHOTOKINA besuchte ich bereits als noch die Rheinhallen mit dem wunderbaren Halbrund (hauptsächlich von KODAK) bespielt wurden. Nach einer längeren Pause war ich jetzt bereits wieder öfters in Köln. Bin ich früher immer am letzten Messetag gefahren und konnte manches Schnäppchen für Studio und (früher) Dunkelkammer erhaschen, bin ich dieses Jahr am Donnerstag gefahren und habe mir erstmals vorgenommen, einige Impressionen mit der Kamera festzuhalten.

Ja, auch die PHOTOKINA hat sich verändert. Die CeBIT ist kleiner geworden, die SYSTEMS und die SYSTEC sind verschwunden. Vor Jahren hat apple die Messenpräsentationen auf NULL zurückgefahren, da die Produktzyklen immer kürzer werden und sich nicht nach dem Messekalender ausrichten. Auch informieren sich die Kunden ständig über das INTERNET und nehmen auf Messen, sofern sie sie noch besuchen immer weniger Papier mit.

So bin ich also statt durch elf Hallen nur noch durch fünf gelaufen; davon hatten nur noch zweieinhalb beide Stockwerke bespielt. Loriot würde sagen: „Früher war mehr Lametta“. Auch wenn einige (wenige) Softwarefirmen in ihren Vorträgen oft auf Funktionen, ähnlich derer in PHOTOSHOP hingewiesen haben, war die Firma des Originals nicht vertreten. Als Messebesucher fallen breitere Gänge, schwarz verkleidete Wände ohne Stand, großzügige Sitz- und Ruhebereiche oder themenfremde Stände (Bundeswehr) auf und werden als ein schlechtes Zeichen bewertet.

Bei allen Gesprächen, die ich führen konnte, wurde resümiert, dass im kommenden Mai, bei der dann jährlich stattfindenden PHOTOKINA noch weniger Firmen kommen würden und die dann auch kleinere Stände hätten.

Man kann auf diese Entwicklung nur gespannt sein. Auch wenn man sich über Foto-Equipment im Netz informieren kann, in die Hand nehmen und haptisch erleben kann man es immer weniger. Die Zahl der gut sortierten Fotogeschäfte in den Städten hat sich dramatisch reduziert und in vielen sog. Oberzentren gibt es überhaupt kein Angebot mehr. 

Insofern sollte die ausstellende Industrie ihr Augenmerk nicht auf Produktzyklen sondern auf Kaufzyklen richten.

Alles in allem war es ein kleiner aber feiner Messebesuch, mit vielen guten Gesprächen und neuen Eindrücken. Auch das ein oder andere interessante Accessoire hat es auf die Wunschliste geschafft.

Meine Bilder zeigen in erster Linie die Attraktionen, die die Aussteller auffahren, um den fotografierenden Besucher*innen „Motive“ zu bieten. Mehr oder weniger professionelle Models reizen auf den Auslöser zu drücken. Kunstradfahrer und Artisten tun ihr übriges. Es gibt auch Anbieter, die Models das Licht selbst halten lassen und dies für extrem innovativ halten. Allerdings haben sie dem Model dabei nicht in die Augen geschaut …. Wenn man aber mit offenen Augen durch die Hallen geht, findet man am Rande des Wegs noch andere Motive.

Allen Unkenrufen zum Trotz werde ich auch kommenden Mai wieder zur PHOTOKINA fahren und schauen, was sich verändert hat oder anfassen, was es neues gibt. 

NACHTRAG:

Im DSLR-Bereich wurde nur eine kleine Spiegelreflex Kamera von NIKON neu vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt auf sog. spiegellosen Systemkameras. Das ist ein grundsätzlicher Trend hin zum assistierten Fotografieren (nach dem assistierten Autofahren). Nachdem (fast) jede*r ein permanent fotografierendes Mobiltelefon mit sich herumträgt und die Qualität „scheinbar“ immer besser wird, möchten viele dies auch mit einem Fotoapparat haben. Deshalb tragen sie nun Fotoapparate mit sich herum und versuchen Bilder zu machen (Denn darum geht es!), erreichen aber nur Ergebnisse, die sich irgend ein Programmierer ausgedacht und in die Automatikprogramme eingebaut hat. Der Satz: „Nicht die Kamera macht das Bild, sondern der Mensch.“ gehört längst der Vergangenheit an. Der Mensch sieht bereits durch den elektronischen Sucher ein von der Software verändertes Bild und weiß nicht mehr, was er wirklich aufnimmt. Die Fotoindustrie kann die neuen Kameras billiger herstellen, da der komplette Spiegelkasten mit seiner aufwendigen Mechanik ebenso fehlt wie die bisherigen Autofokussysteme. Auch die mechanischen Schlitzverschlüsse werden durch „lautlose“ elektronische Verschlüsse abgelöst. Die neu zu kaufenden Objektive können wesentlich einfacher gebaut werden. Weitwinkelobjektive können wieder ihrer üblichen Brennweite entsprechend unmittelbar vor dem Sensor sitzen und müssen nicht mit Retrofokus-Teleobjektiven auf Abstand gehalten werden. Alles in allem wird nicht der Spaß am Bilder machen, sondern nur die Gewinnspanne der Hersteller erhöht.

 

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