Fotowalk „Blühende Landschaften“

Inspiriert durch Führungen des Vereins „Industriekultur“ und des Büros für angewandten Realismus luden wir zu einem Fotospaziergang unter die Hochstraßen von Ludwigshafen ein.

Ludwigshafen wurde vom Norddeutschen Rundfunk in der Satiresendung „extra3“ zur hässlichsten Stadt Deutschlands gekürt. Bei der Präsentation zeigte man allerdings den Blick von Ludwigshafen auf Mannheim. Das ist Satire.

Wenn man über Ludwigshafen spricht werden in einem Atemzug die Hochstraßen genannt, mittels derer man auf der Durchreise, sehr schnell über Stadt wegkommt, entweder nach Mannheim oder in die andere Richtung in den Pfälzer Wald.

In den 70er Jahres des letzten Jahrhunderts war diese Verkehrsführung der letzte Schrei und wurde von Verkehrsplanern aus der ganzen Welt besucht und bewundert. Die Idee stammte aus den 50er Jahren und wurde in Ludwigshafen konsequent verfolgt. Der Durchgangsverkehr legte man in die Ebene 1 und unten sollte nur der innerörtliche Ziel- und Quellverkehr „brodeln“. Dazu wurde sogar der Hauptbahnhof (ein Kopfbahnhof) verlegt und durch einen „modernen“ Durchgangsbahnhof an anderer Stelle ersetzt (Bilder siehe Fotowalk Nov. 2017), durch den nun die meisten Züge durchfahren.

Die beiden Hochstraßen sind Bundesstraßen und wurden beim Bau maßgeblich durch Bundes- und Landesmittel subventioniert. Nicht bedacht hatten die damaligen Verantwortlichen der Stadtverwaltung, dass Städte über 80.000 Einwohner die Bauunterhaltung von innerörtlichen Bundesstraßen selbst finanzieren müssen. Das war für die in ihrem Haushalt wesentlich von der BASF abhängigen Stadt einfach eine Nummer zu groß. Und so bröckelte langsam der Beton. Zuerst die angesetzten Ornamente, die sog. Kunst am Bau und dann die tragenden Teile. Inzwischen werden Pläne verfolgt und verschoben, die eine Hochstraße wieder auf die Ebene 0 zu bringen und als breite Stadtstraße umzugestalten. Hierzu muss aber erst die andere Hochstraße wieder ertüchtigt werden, da beide derzeit für den „Schwerlastverkehr“ ab 3,5 Tonnen gesperrt sind. Und so zieht sich die Maßnahme Jahr für Jahr dahin.

Uns bot sich allerdings ein von roten und schwarzen Netzen farbenprächtig abgehängter grauer Beton mit geschwungenen Fahrbahnen und Abfahrten in einem von unten fast verwirrenden D

urcheinander.

 

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